Dienstag, 13. Dezember 2011

Pressespiegel ...

Karikatur: Uwe Herrmann, www.karikaturist.de




















Die Rheinpfalz, 10.12.2011, Text: Rolf Schlicher, Karikatur: Uwe Herrmann
Dass wir Pfälzer tolle Hechte sind, wissen wir natürlich bereits: Ob Bundeskanzler,
Deutsche Weinkönigin oder Fußball-Weltmeister – es gibt kaum ein hohes Amt, zu dem es Pfälzer und Pfälzerinnen noch nicht gebracht hätten. Und im Kreis der Stars und Sternchen mischen wir inzwischen auch immer kesser mit – dank der Kult-Blondine Daniela Katzenberger aus Ludwigshafen. Doch dass berühmt, mächtig und reich zu werden quasi zum Pfälzer Erbgut gehört, das wäre dann doch neu und überraschend. Genau diese gewagte Spekulation versucht die diplomierte Kommunikationsdesignerin und Filmemacherin Simone Wendel aber jetzt zu beweisen. Und zwar am Beispiel ihres Heimatortes Kallstadt. Die 1200-Einwohner-Gemeinde an der Weinstraße genießt schon deshalb einen gewissen Bekanntheitsgrad, weil es dort eine Weinlage namens „Saumagen“ gibt. Doch Kallstadt hat auch mancher bemerkenswerten Karriere den Boden bereitet. So stammen der Vater beziehungsweise Großvater zweier amerikanischer Wirtschaftsbosse aus Kallstadt: Henry Heinz, der Erfinder des gleichnamigen Ketchups, und Immobilien-Tycoon Donald Trump. Dass die Begründer zweier USWirtschaftsimperien ihre Wurzeln in ein und demselben Dorf haben, kann das mehr als ein Zufall sein? Stellt sich gar im Nachhinein heraus, dass es so etwas wie ein „Kallstadt-Gen“ gibt? Antworten auf diese Fragen will die gebürtige Kallstadterin Simone Wendel geben. Und zwar mit einem abendfüllenden, originellen Dokumentarfilm, der den vielversprechenden Titel „Kings of Kallstadt“ trägt. Um Dorfliebe und Größenwahn soll es dabei gehen. „Dies wird ein Film über die illustre Verwandtschaft zwischen den Pfälzer Winzern und den US-Giganten, aber auch über meine Kallstadter Helden des Alltags“, sagt die 37-Jährige. Gedreht wird in der Pfalz und in den USA. Einige Sponsoren für das Projekt gibt es bereits, dazu gehört auch die rheinland-pfälzische Kulturstiftung. Mit Verleihern und Fernsehgesellschaften ist man im Gespräch. Neben den offiziellen Wegen der Filmförderung möchte Wendels Team aber auch neue Quellen anzapfen. So wurde in Zusammenarbeit mit der Winzergenossenschaft eine „Kings of Kallstadt“-Weinedition aufgelegt.

„Mit dem Kauf einer Flasche werden 0,2 Zentimeter unseres Films finanziert“, hat Produzent Thomas Theo Hofmann ausgerechnet. Mit der Herausgabe einer Wein-Kollektion bleiben die Filmemacher freilich recht bodenständig. Zur Präsentation und Probe nächste Woche wollen sie „Lewwerworschdebrod“ reichen. Das ist mehr Dorfliebe, denn Größenwahn. Dem „Kallstadt-Gen“ hätte man eigentlich mutigere, überraschendere Finanzierungsideen zugetraut. Und echt amerikanisch-pfälzische Häppchen: Warum gibt es beispielsweise keine Heinz-Ketchup-Spezialedition, zu der Saumagen-Burger serviert werden? Hot-Dogs in Meerrettichtunke wären auch großes Kino: Denn Henry John Heinz hatte, ehe er sein berühmtes Ketchup erfand, schon als Neunjähriger Meerrettichsoße hergestellt und in Gläser abgefüllt. Nach einem Rezept seiner Mutter Anna.
Vielleicht sollen solche tiefschürfenden Leckerbissen aber auch erst bei der Premiere von „Kings of Kallstadt“ aufgetischt werden. Die ist für 2013 geplant – eine Filmproduktion in 0,2-Zentimeter-Schritten dauert eben ihre Zeit. Rolf Schlicher

INFOS

  • Das Projekt: www.kings-of-kallstadt.de
  • Präsentation der Weinedition „Kings of Kallstadt“: 17. Dezember, 18.30 Uhr, Winzergenossenschaft Kallstadt – mit den Filmemachern, Infos von den Dreharbeiten und ersten Ausschnitten.

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